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International

28.09.2006 12:41

Alternativer Nobelpreis für Schöpfer des Weltsozialforums

STOCKHOLM - Der Brasilianer Whitaker "Chico" Ferreira hat den Alternativen Nobelpreis erhalten. Ferreira wurde für die Schaffung des Weltsozialforums sowie seinen Kampf gegen die Korruption in seiner Heimat ausgezeichnet.

Wie die Stiftung "Right Livelihood Award" ("Preis für richtiges Leben") in Stockholm mitteilte, erhält der 1931 geborene Katholik den nicht dotierten Ehrenpreis der Stiftung für seine "lebenslange Arbeit für soziale Gerechtigkeit", mit der er gezeigt habe, dass "eine andere Welt möglich ist".

So lautete das Motto des 2001 von Ferreira im brasilianischen Porto Alegre organisierte ersten Weltsozialforums, das als politisches Gegengewicht zum Weltwirtschaftsforum für Topmanager und Regierungsspitzen in Davos geschaffen wurde.

In den Prinzipien des Weltsozialforums heisst es, man biete eine offene Gesprächsplattform für alle, "die sich dem Neoliberalismus und Herrschaft der Welt durch das Kapital und jeder möglichen Form des Imperialismus widersetzen".

Der als Architekt ausgebildete Whitaker engagierte sich in den sechziger Jahren gegen die damalige Militärdiktatur in Brasilien. Bis 1982 arbeitete er im Exil in Frankreich und Chile für UNO-Organisationen.

Nach der Rückkehr in seine Heimat engagierte er sich in São Paulo gegen die Bekämpfung der Korruption und für die Durchsetzung der Menschenrechte.

Die drei anderen Alternativen Nobelpreise gingen an den US-Publizisten Daniel Ellsberg, die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama und das kolumbianische Medellín-Lyrikfestival.

Ellsberg hatte als Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums Ende der sechziger Jahre die geheimen "Pentagon-Papiere" an Medien geschleust, mit denen unwahre Angaben der Regierung über den Vietnam-Krieg enthüllt werden konnten. Ellsberg erlangte als klassischer "Whistleblower" internationale Berühmtheit.

Das ab 1991 durchgeführte Poesiefestival im kolumbianischen Medellín wurde ausgezeichnet, weil es unter den Bedingungen stark verbreiteter Gewalt durch Drogenhändler und anderen zeige, dass "Kreativität, Schönheit, freier Ausdruck und Kommunikation inmitten tiefer Angst und Gewalt blühen und beide überwinden können".

Die Alternativen Nobelpreise wurden 1980 vom Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll gestiftet. Uexküll sagte über die diesjährigen Preisträger: "Sie rufen uns auf, für Wahrheit, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit die Stimme zu erheben."

sda

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Última actualización: 22/01/2021